Das vorliegende Werkverzeichnis der Berliner Künstlerin Gisela Breitling erhebt den Anspruch, erstmals einen repräsentativen Einblick in ihr Gesamtwerk zu gewähren.

Einladung: Ausstellung aus dem Nachlass Gisela Breitling – Retrospektive zum Gedenken zum 80. Geburtstag

VERLÄNGERUNG: 15. Mai bis Samstag, 3. August 2019 

Petruskirche, Oberhofer Platz, Berlin-Lichterfelde (Ost)
Öffnungszeiten jeweils zur Offenen Kirche, Mi und Sa, 10-13.00 Uhr und vor und nach den Veranstaltungen in der Kulturkirche.

 

Am 27. Mai 2019 wäre Gisela Breitling 80 Jahre alt geworden. Sie verstarb nach langer, schwerer Krankheit am 12. März 2018 in einem Pflegeheim in Lankwitz.

 

Die Gedenkausstellung in der Petruskirche, ihrer Taufkirche, würdigt das vielfältige Schaffen und Werk der international beachteten Künstlerin. Sie schuf seit den 60er Jahren über 700 Ölgemälde, tausende Drucke, Grafiken und Aquarelle.
Die Ausstellung zeigt einen Überblick aus ihrem vielseitigen künstlerischen Werk, von der Ausbildung als Textilingenieurin über die Meisterschülerin an der Hochschule der Künste (heute UdK), Berlin, bis zu ihrem Hauptwerk. Erstmals werden aus dem umfangreichen Nachlass Stillleben, Portraits, Akte sowie Vorarbeiten und Skizzen öffentlich gezeigt. Rund 50 Exponate geben einen Einblick in die von ihr handwerklich eingesetzten Techniken sowie Arbeits- und Entwicklungsphasen für ihre Gemälde, insbesondere zur Ausgestaltung des Kirchturms St. Matthäus am Kulturforum Berlin.

Die Künstlerin

Gisela Breitling wurde am 27. Mai 1939 als zweitältestes Kind von Paul-Friedrich und Maria Breitling (geb. Widmann) in Berlin geboren. Die Familie zog 1943 kriegsbedingt nach Lindau am Bodensee, wo Gisela Breitling ihre weitere Kindheit und Jugend verbrachte.

Nach dem Schulabschluss machte sie 1958 zunächst ein Druckereipraktikum und begann eine Lehre als Musterzeichnerin in Lindau. 1960 nahm sie das Textilingenieurstudium an der Hochschule in Krefeld auf und besuchte dort die Meisterklasse von Elisabeth Kadow. Im Anschluss an ihr Diplom reiste sie 1962 nach Rom und Florenz, wo sie die Kunst der Renaissance erstmals am authentischen Entstehungsort erleben konnte – sie besuchte damals auch den manieristischen Skulpturengarten von Bomarzo. [MEHR…]

Zeit des Lernens und Experimentierens

Im Frühwerk Breitlings dominieren graphische und druckgraphische Arbeiten neben kleinformatigen Gemälden. Dies ist vermutlich dem Umstand geschuldet, dass Breitling ihr Studium überwiegend bei Friedrich Stabenau absolvierte, der die Professur für freie Grafik an der Hochschule der bildenden Künste in Berlin innehatte und dessen Meisterschülerin sie wurde. [MEHR…]

Entwicklung der eigenen malerischen und intellektuellen Position

In dieser Phase zeigt sich Breitling als Künstlerin, die ihren bisherigen dem phantastischen Realismus zugeordneten Malstil durch Variationen experimentell erweitert. Dabei ging sie zweigleisig vor: sie erarbeitete sich die theoretische Basis für ihre Selbstverortung als gegenständliche Malerin und erneuerte parallel dazu ihre künstlerische Darstellungsweise. [MEHR…]

Facettenreicher Realismus – das Matthäuskirchturmprojekt, Stillleben und Frauenakte

Nach Abschluss des Ausstellungsprojektes „Das Verborgene Museum“ wandte Breitling sich in den 90er Jahren vermehrt der Weiterentwicklung ihrer eigenen Malerei zu. Das Ausstellungsprojekt hatte zwar ihren Bekanntheitsgrad als engagierte und feministisch denkende Künstlerin gesteigert…[MEHR…]

Die künstlerische Freiheit des Endes

Nach Abschluss der Auftragsarbeit für den Turm der St. Matthäus-Kirche in Berlin, nahm Breitling kein größeres Projekt mehr in Angriff. Ihr Spätwerk ist durch eine ungewohnte Leichtigkeit gekennzeichnet, die sich sowohl in ihren Bildthemen als auch in den von ihr verwendeten künstlerischen Techniken zeigt. [MEHR…]